Ausstellungseröffnung zum Thema „Gleichberechtigung“ am 23.7.2019 ab 17 Uhr im Rathaus

Nur bunte Tupfer in der grauen Anzugswelt?

Gleichberechtigung: Der weite Weg vom hehren Grundsatz zur Realität

 1949: Vier Jahre nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wird in eindeutiger, unmissverständlicher Formulierung die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert. Den revolutionären Charakter dieser Tatsache bewusst zu machen, ist Ziel des Vortrages, denn: Weder gab es einen öffentlichen Diskurs zum Thema Gleichberechtigung noch hatten die Mitglieder des Parlamentarischen Rates dieses Thema auf ihrer Agenda. Nicht nur die 61 Männer waren dagegen, auch die vier Frauen waren sich zunächst nicht einig. Sozialisiert im Kaiserreich und orientiert an der Weimarer Reichsverfassung waren sie alle in einem „naturrechtlichen“ Rollenverständnis der Frau befangen.

Letztendlich haben die vier Frauen, die man heute die vier Mütter des Grundgesetzes nennt und die keineswegs den Prototyp der Frau im Nachkriegsdeutschland darstellten, sich die Durchsetzung des Gleichberechtigungsartikels zu eigen gemacht und gegen die geballte Mehrheit der Männer durchgesetzt. Dass die Lebenswirklichkeit in der Bundesrepublik noch eine andere war, zeigte sich im Verlauf der nächsten Jahre….

Dr. Julia Frank

 

Ps.: Broschüren zum Thema sind im Rathaus erhältlich