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Landschaftsfoto von Konnradsbronn
Bild einer Blumenwiese
Dorfmühlweiher Rundweg
Steg am Aumühlweiher

Geschichte

Unsere Gemeinde im Wandel der Zeit

Die Gemeinde Wört, ursprünglich ein katholisches Pfarrdorf mit dem evangelischen Pfarrweiler Bösenlustnau und 17 weiteren Ortsteilen, zählt derzeit 1550 Einwohner. Geografisch befindet sich Wört 16 km nordöstlich von Ellwangen. Die Gesamtgemarkungsfläche beträgt 1817 ha, wovon 700 ha auf Wald entfallen. Die Rotach, auch als "Deufstetter Rot" bekannt, nimmt auf Markung Wört eine West-Ost-Richtung an. Ihr Wasserreichtum beeinflusst maßgeblich den Verlauf der Wörnitz, in die sie bei Wilburgstetten mündet. Die Fließrichtung wird an dieser Stelle von Nord-Süd auf Osten abgedrängt.

Die Geschichte und Landschaft von Wört ist eng mit den großen Wäldern und dem nie versiegenden Reservoir an Wasserreichtum verbunden. Die Wälder wurden aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Virigunda-Urwald als Königsgut betrachtet und begannen erst während der karolingischen Ausbauzeit allmählich besiedelt zu werden. Die erste schriftliche Erwähnung von Wört findet sich in einer Urkunde, die Kaiser Heinrich II. am 5. Februar 1024 dem Abt Berengar von Ellwangen in Bamberg ausstellte. In dieser Urkunde werden die Grenzen des Ellwanger Waldbesitzes, des sogenannten Virigunda-Waldes, umrissen. Die Grenze erstreckte sich von Stedelinum (Stödtlen) zum Hirtzbach, von Hirtzbach zur Rota, von der Rota zum Abtsbach, vom Abtsbach nach Matzenbach usw. Der damals genannte Hirtzbach entspricht dem heutigen Hirschhof und markiert somit erstmals einen Ortsteil von Wört in einer Urkunde. Es bleibt unsicher, ob das Wort "Rota" einen Orts- oder Bachnamen repräsentiert. Aufgrund von Ortsnamen entlang der Rotach (Mönchsroth = Unteres Rot?, Königsroter Mühle) könnte der ursprüngliche Name von Wört "Oberes Rot" gelautet haben.

Etwa 100 Jahre vor dieser Zeit, während der Ungarneinfälle, wurde das Rotachtal vom Ursprung des Flüsschens bei Bernhardsweiler bis zu seiner Mündung durch eine Reihe von Burgställen befestigt. Unter diesen war der Burstel in Wört selbst, heute als "Schlössle" bekannt und zur ausgesprochenen Wasserburg ausgebaut, nicht nur am besten erhalten, sondern verlieh dem Ort im Hochmittelalter auch seinen Namen. "Wört," "Werde," oder "Werder" bedeutet Insel oder Halbinsel. Zuerst wurde das Erdwerk der Turmhügelburg in der Niederung des Rotachtals aufgeschüttet und etwas weiter unten wurde eine Talsperre errichtet, so dass der Turmhügel schließlich inmitten eines Weihers stand. Ein hoher Wall schützte ihn zusätzlich gegen Westen, wo der Zugang zur Burg allein möglich war. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Turmhügelburgen entlang der Wildbanngrenze bildete er später einen Schutz des Bannforsts. Somit ist dies der Ursprung der ältesten Siedlung von Wört.

Der Ort Wört ist erstmals mit seinem heutigen Namen 1221 bezeugt und zwar im Zusammenhang mit einem Ritter Dietmar von Hirlbach, der seinen Wohnsitz in Wört hat, und als Zeuge in Rechtsgeschäften des Ellwanger Abtes Kuno auftaucht. Nach ihm wird der Ort auch Diemerswört oder Demerswört genannt.

Auf dem Weiherburstel saß der Ortsadel, der sich nach der Insellage seiner Burg im 13. Jahrhundert von Werd, von Werdlin nannte, ein Name, der dann im Spätmittelalter auf den ganzen Ort überging. Im 14. Jahrhundert ist der Ortsadel zum Teil ausgestorben, zum Teil in benachbarten Adelsgeschlechtern aufgegangen. Später teilte sich in den Ort Ellwangen und Dinkelsbühl. Das heutige Schlösschen wurde 1626 an Stelle einer Steinburg erbaut von den Dinkelsbühler Bürgern, Georg Abelin und Johann Veith, Oberrat zu Dinkelsbühl: Ein einfacher Renaissancebau mit großem Walmdach, auf der Südseite zwei rundbogige Türen; vermutlich passte sich diese Form am besten an die mittelalterliche Gestalt eines hier stehenden Steinhauses an (vgl. Rechenberg, Niedergundelfingen), das hier vormals Palas, Bergfried und Schildmauer in einem sein konnte.

Zu den Wirtschaftshöfen der Burg trat in der Kreuzfahrerzeit eine romanische Steinkapelle zum heiligen Nikolaus von Bari. Ein Kreuzgewölbe im Untergeschoss des Turmes zeigt heute noch an, dass sich hier einst der Chor mit dem Altar befand. Die Kirche wurde 1352 vom Augsburger Bischof mit Einwilligung Ellwangens zur eigenen Pfarrei erhoben (600-Jahr-Feier 1952).

Interessant ist, dass wir bereits in dieser Zeit eine Zweiteilung des kirchlichen Lebens in Wört haben. Dies bedeutet, schon vor Schloss in Wörtder Reformation gehörten die Gläubigen von Wört zu zwei verschiedenen katholischen Pfarreien. Das Gebiet südlich der Rotach wurde von der Pfarrei Stödtlen aus versorgt und gehörte zum Kloster Ellwangen. Das Gebiet nördlich der Rotach gehört von Anfang an zu der alten Pfarrei Segringen bei Dinkelsbühl und kam mit dieser später an das Benediktinerkloster Mönchsroth. Das Kloster wurde von dem Grafen von Öttingen säkularisiert und auch im Bereich der Pfarrei Segringen die Reformation durchgeführt. Diese Trennung des kirchlichen Lebens in Wört führte zu einer Sprachgrenze, die noch heute deutlich festzustellen ist. Der nach Segringen orientierte Bevölkerungsteil (später evangelisch geworden), sprach und spricht einen stärker fränkisch geprägten Dialekt, als die zu Ellwangen gehörenden Gläubigen, welche mehr schwäbisch sprechen. Die katholische Gemeinde übernimmt seit 1652 alljährlich am „Hagelfreitag“ zu Fuß eine Prozession nach der Dreifaltigkeitskappelle auf dem ca. 15 km entfernten Kressberg bei Marktlustnau.

1755 wird die neu erbaute Kirche in Anwesenheit von sieben Geistlichen benediziert. Ihre heutige architektonische Gestalt erhielt die Kirche 1876. Die so erweiterte Kirche wurde 1956, 1984 und letztmals 2006 restauriert.